Stütz- & Kompressionsstrümpfe | Was Sie vor dem Kauf wissen müssen!

Stütz- und Kompressions-Strümpfe | Was Sie vor dem Kauf wissen müssen!

Wer Stütz- oder Kompressionsstrümpfe kaufen will, muss einiges beachten. Hier finden Sie alle Informationen, Abkürzungen, Kompressionsklassen und Größentabellen, sowie eine genaue Anleitung zum An- und Ausziehen.

Stütz- oder Kompressionsstrumpf?

Unterscheiden muss man zwischen Stütz-, Thromboseprophylaxe- und Kompressionsstrümpfen. Der Hauptunterschied liegt in der Stärke der Kompression, die bei Stütz- und Thrombosestrümpfen mit weniger als 18 mmHG um einiges geringer ist, als bei Kompressionsstrümpfen. Bei langen Flugreisen oder Aufenthalten im Krankenbett ist dies ausreichend, da keine dauerhafte Belastung des Materials durch Gehbewegungen etc. stattfindet.

Medizinische Kompressionsstrümpfe hingegen müssen auch bei ernsthaften Krankheiten, wie Krampfadern oder Ödemen, einer 24h Belastung standhalten. Auch die Verteilung der Kompression muss mit zunehmenden Druck von oben nach unten verlaufen.

Das bedeutet, dass am Knöchel die stärkste und am oberen Ende die geringste Kompression stattfindet, was nur durch ein aufwendiges Strickverfahren möglich ist. Dies wird auch am Preis deutlich. Einfache Stützstrümpfe kosten ca. 14 - 20 € pro Paar, während bei medizinischen Kompressionsstrümpfen mit ca. 50 - 80 € zu rechnen ist. Maßanfertigungen können sogar mehr als 250 € kosten.

Ein weiterer Unterschied sind die Größenangaben. Einfache Stützstrümpfe haben - ähnlich wie normale Socken - einheitliche Größen, wie zum Beispiel 39/41. Für Kompressionsstrümpfe ist dies ungenügend, da zu enge Strümpfe unangenehm sind und zu große Strümpfe keine Wirkung haben. Um die richtige Größe zu bestimmen, muss man die eigenen Füße exakt abmessen und im Zweifelsfall auf eine Maßanfertigung zurückgreifen, wenn die standtardisierten Größen nicht passen.


Wie der Name schon sagt, sollen die Strümpfe einen möglichst gleichmäßigen Druck auf das Bein ausüben. Diese Aufgabe sollte eigentlich das Bindegewebe des Beins übernehmen, was es aber leider oft aber nicht mehr tut. So kann es passieren, dass bei langem Stehen, Sitzen oder Laufen zu viel Blut in den Beinen versackt und durch den erhöhten Druck einige Blutgefäße dauerhaft vergrößert werden.

Diese Blutgefäße haben kleine Venenklappen, die Ihre Funktion als Rückstauventil dann nicht mehr richtig übernehmen können. Die Folge ist, dass immer mehr Blut in diesen vergrößerten Gefäßen versackt und Schmerzen oder schlimmere Probleme verursacht.
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Richtig An- und Ausziehen

Einen engen Kompressionsstrumpf richtig über das Beim zu streifen, kann ziemlich anstrengend sein. Vor allem wenn man keine Hilfsmittel zur Verfügung hat. Das Wichtigste ist, dass der Strumpf tatsächlich passt und nicht zu eng ist. Sonst wird das Anziehen und das längere Tragen sehr unangenehm. Anziehen sollte man die Strümpfe am besten morgens, direkt noch vor dem Aufstehen.

Zieht man die Strümpfe später an, sind die Beine ggf. schon angeschwollen, was das Überstreifen erschwert. Wenn es nicht anders geht, kann man sie auch am Tag anziehen, wenn man vorher die Beine für 3-5 Minuten hochlegt.
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Die richtige Größe zu wählen, ist für die tatsächliche Wirkung ausschlaggebend. Auch hochwertige Kompressionsstrümpfe haben keinen Effekt, wenn sie zu groß sind oder sie verursachen Schmerzen und Druckstellen, wenn sie nicht groß genug sind. Um immer die genau passende Größe zu wählen, gibt es eine standardisierte Anleitung, wie das Bein eines Patienten vermessen werden muss. Normalerweise geschieht dies im Sanitätshaus oder beim Arzt. Mit unserer Anleitung und Größentabelle, kann man auch selbst nachmessen. Trotz genauer Vermessung und Größentabelle kann es bei manchen Patienten dennoch zu Problemen kommen, wenn der Strumpf ständig verrutscht oder drückt.
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Kompressionsklassen und Abkürzungen

Kompressionsstrümpfe werden in unterschiedlichen Kompressionsklassen angeboten. Hier wird auch der Unterschied zu den normalen Stützstrümpfen nochmals deutlich, da diese weniger als 18 mmHg besitzen, also noch schwächer als Strümpfe der die Kompressionsklasse 1 sind. Die häufigste Anwendung haben die Klassen 1 und 2. Diese werden bei leichten Thrombosen, Krampfadern, für Schwangere oder auf Flugreisen verwendet. Die Klasse 3 und ganz besonders Klasse 4 werden selten und nur in extremen Fällen verordnet.
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Zuzahlung der Krankenkasse

Kompressionsstrümpfe sind nicht verschreibungspflichtig, aber um einiges teurer, wenn man sie ohne Rezept kauft. Mit Rezept kosten maßgeschneiderte Kompressionsstrümpfe ca. 20 - 50 € (Eigenanteil), ohne Zuzahlung der Krankenkasse muss man mit 200 - 300 € rechnen. Ein Besuch beim Arzt lohnt sich also, wenn tatsächlich eine medizinische Indikation vorliegt! In den meisten Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für 1 Paar Strümpfe pro Jahr. Wenn der Arzt es begründen kann sogar quartalsweise.
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Probleme und Nebenwirkungen

Bei einer Umfrage kam heraus, dass knapp 70% aller Patienten die Kompressionsstrümpfe nicht wie angeordnet trugen. Die Gründe waren unterschiedlich, doch besonders Jucken, Verrutschen, Schmerzen und die Schwierigkeiten beim Anziehen waren ausschlaggebend. Dabei sind alle diese Probleme relativ schnell gelöst, wenn man weiß wie. Doch in der Regel sagen die Patienten nichts und die Ärzte fragen nicht nach. So wird das Tragen der Kompressionsstrümpfe zur Qual, was aber auf keinen Fall sein muss. Wir haben die häufigsten Probleme und deren Lösung aufgeschrieben.
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